B i e l e f e l d (WB/tip).
Sie kam, sah und siegte: Mit der
Neurologie-Fachärztin Iris Reuter
aus Gießen schnappte eine Hessin
der Borgholzhausenerin
Antje Strothmann den im Vorfeld
sicher scheinenden Sieg weg.
Die 42 Jahre alte ehemalige Marathon-
und Ultramarathonläuferin,
die zu ihrer besten Athletenzeit
über die 100-Kilometer-Distanz
zur Weltspitze zählte, hatte sich
erst am Samstag zum Start entschieden.
Aus Frust, wie sie sagte:
»Vor einer Woche bei den hessischen
Berglaufmeisterschaften war
ich nur Dritte geworden. Dann
habe ich gestern in Bielefeld das
Plakat gesehen und gefragt, ob ich
starten dürfe.« Sie durfte. Was
sportlich nun »zementiert« wurde,
bestand privat schon länger - der
heiße Draht nach Bielefeld:
Lebensgefährte der neuen
Hermannslauf-Siegerin ist Martin Engelhardt,
Chefarzt der Orthopädie in
den Städtischen Kliniken Bielefeld.
Iris Reuter holte die auf dem ersten
Teilstück schnellere Duathletin
aus Borgholzhausen nach rund 22
km ein. Danach lief sie »ihr« Rennen:
»Ich habe mich nicht mehr umgedreht«,
sagte sie und erlebte in
2:05:26 ihren ersten Hermannslauf
als interessante Erfahrung: »Langweilig
wird die Strecke nicht.
Manchmal kam ein bisschen Tour-de-France-Gefühl
auf - bei diesen
Zuschauermassen.« Nach längerer
Wettkampfpause, verursacht durch
chronisches Rheuma, hatte die Hessin
erst im August mit ernsthaftem
Training begonnen. Jetzt will sie
auch bei den Straßenmeisterschaften
über 10 km und den
Berglauf-Titelkämpfen für Furore sorgen.
Die Zweitplatzierte war mit ihrer
Zeit (2:07:19) zufrieden, obwohl sie
nicht zum Sieg reichte. Antje
Strothmann will aber auf jeden
Fall wiederkommen: »Ich denke
nicht, dass es mein letzten
Hermannslauf war.« Etwas erstaunlich
fand sie, dass die Hessin gestern auf
entscheidenden Metern »prominente«
Unterstützung von Uwe Mohn,
dem Mann und bewährten »Tempomacher«
der dreifachen Hermannslauf-Siegerin
Heike Mohn erhielt.
| Foto: |
Lorbeer für die Siegerin:
Iris Reuter mit Rudi Ostermann
vom TSVE 1890.
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