Ergebnisse vom 36. Hermannslauf 2007
Pressespiegel (3)
Bielefelder Tageszeitungen:
Neue Westfälische, Nr. 100 vom Montag, den 30. April 2007
Artikel der Hermannslauf-Sonderseiten

Die Helden ins Ziel gejubelt
Stimmung und kühle Brise helfen 7.100 Sportlern in der Sonne
VON JENS REICHENBACH
Detmold/Bielefeld.

Ob Schotte oder Römer, ob Spitzensportler oder Bezwinger des eigenen großen Schweinehundes - alle 5.718 Läufer und 1.382 Wanderer waren gefeierte Helden beim gestrigen Hermannslauf zwischen Germanen-Denkmal und Sparrenburg. Auch wenn sie ihren Kampf gegen Körper, Geist und Hitze jeder für sich ausfechten mussten, blieb auch die 36. Auflage des traditionsreichen Volkslaufes wieder ein kollektives Freudenfest.

"Da kommt Papa", ruft der kleine Dominik im Ziel und schwingt seine Ratsche. "Papa, Du bist spitze!", ruft der Fünfjährige, so wie es in bunten Lettern auf seinem T-Shirt steht. Dominiks großer Bruder Dustin stimmt mit ein und umarmt seinen Vater. Michael Arnold ist von der Hitze sichtlich geschlaucht: "Ärgerlich, eine Minute fehlt an den drei Stunden." Für Dominik und Dustin ist ihr Vater trotz des verpassten Wunschergebnisses der Größte.

Tatsächlich stiegen die Temperaturen außerhalb des schattigen Waldes im Laufe des Vormittags deutlich über die gefürchtete 20-Grad-Marke, spätestens ab 13 Uhr erwischte die Hermannsläufer die Hitzekeule. Etwa 80-mal mussten die 120 Ärzte und Sanitäter an Strecke und Ziel den Läufern zu Hilfe eilen, zwölfmal rückte für Rettungseinsätze ein Krankenwagen aus. Die Einsätze blieben dennoch im üblichen Rahmen eines warmen Hermanns, so die Einsatzzentrale. Zwei Besonderheiten waren dabei hilfreich: das angenehm kühlende Lüftchen aus Nordosten und die tatkräftige Unterstützung von Helfern und Zuschauern an der Strecke.

Auch Christel Goetz wurde wie auf Wolke Sieben ins Ziel gejubelt: "Ich komme mir vor wie eine Prinzessin." Die 79-Jährige hat soeben ihren 25. Hermannslauf hinter sich gebracht (die letzten vier wandernd), Freundinnen haben sie mit einem Siegerbanner empfangen und die Zuschauer feiern sie entsprechend frenetisch. Sie ist die älteste Teilnehmerin beim Hermann 2007.

"Der Zuspruch hier ist einmalig", bestätigt auch der Bad Oeynhauser Arne Holtmann im Schottenkostüm. "Das Klatschen, die Rufe, das Anfeuern motiviert total, gerade wenn es weh tut, kann das neue Kräfte freisetzen." Zusammen mit seinen ebenfalls schottisch-kariert verkleideten Vereinskameraden von der TG Werste, Torsten Homeyer aus Löhne und Oliver Flaskämper aus Herford, erlebte er an der Strecke "einen Sturm der Begeisterung". "Torsten und ich haben für Oliver die Hasen gemacht. Wir wollten ihm helfen, unter drei Stunden zu bleiben. Leider sind wir um wenige Sekunden gescheitert." Der lange Stau auf den Lämershagener Treppen war schuld. Oberschotte Oliver Flaskämper, Inhaber einer bekannten Schnäppchen-Homepage im Internet, ist trotzdem zufrieden. "Zum Dank lade ich meine Helfer ins schottische Edinburgh ein."

Eine ganz besondere Leistung bot in diesem Jahr Christin Kulgemeyer von der TV Georgsmarienhütte. Die Läufer aus dem Osnabrücker Land fallen seit sieben Jahren beim Hermannslauf mit ungewöhnlichen Verkleidungen und Bemalungen auf. Im letzten Jahr glänzten sie ganz in Schwarz-Rot-Gold bemalt, im Jahr zuvor als Zwerge. Diesmal liefen sie als wilde Germanen und gerüstete Römer. Doch diesmal trug Kulgemeyer nicht nur einen römischen Helm mit sich, sie hatte noch ein ganz besonderes Zusatzgewicht dabei. Die Hermanns-Heldin ist im sechsten Monat schwanger.

Fotos:   Da kommt Papa: Für Dustin (8) und seinen Bruder Dominik (5) hat das lange Warten im Ziel ein Ende. Mit bunten Sprüchen auf dem Shirt und lautem Ratschen empfangen sie ihren Vater.  (FOTOS: Christian Weische)
  Guter Hoffnung: Christin Kulgemeyer mit Schwert und Schild.