Ergebnisse vom 36. Hermannslauf 2007
Pressespiegel (4)
Bielefelder Tageszeitungen:
Neue Westfälische, Nr. 101 vom Dienstag/Mittwoch, den 1./2. Mai 2007
Artikel der Sportseiten

"Unheimlich viel los"
Zuschauer-Zuspruch beim Hermannslauf riesig / "Australier" Görsch mit Bestzeit
VON JENS REICHENBACH
Detmold/Bielefeld.

Die Beine tun auch heute noch ein wenig weh, aber das Glücksgefühl der 7.100 Hermannsläufer vom vergangenen Sonntag wird sicher für die meisten unter ihnen länger Bestand haben als der Schmerz. Denn Kaiserwetter und begeistertes Publikum sorgten für einen der fröhlichsten Läufe in der Geschichte des Volkslaufes.

"Dieses Jahr war wirklich besonders schön und volkstümlich", bestätigt Mitbegründer Peter Gehrmann. "An den Strecken war unheimlich viel los, ich habe vor lauter Zuschauern meine Frau an der Strecke gar nicht finden können." Obwohl sie seit Jahren immer an der gleichen Stelle stehe. Andersherum genauso: "Mich hat sie unter den Läufern auch nicht entdeckt. Das gab es noch nie." Für Gehrmann ein Beweis für die besonders gute Stimmung 2007.

Ähnlich erging es auch Reinhold Görsch, der vor 23 Jahren von Lippe nach Australien ausgewandert war, aber für seinen zweiten Hermannslauf extra nach Deutschland zurückgekehrt ist. "Jetzt geht es mir bestens, obwohl ich am Start gefroren habe wie ein Schneider." Der Wind habe gerade auf den Höhen ganz schön gepfiffen. "Ich hätte doch eine lange Hose und ein Unterhemd mehr anziehen sollen", resümierte der sonnenverwöhnte Läufer. Am Nachmittag sei es aber immer besser geworden. Während die nachmittägliche Hitze viele Läufer in Verlegenheit brachte (23 Läufer gaben vorzeitig erschöpft auf, 80 mussten an der Laufstrecke sogar ärztlich behandelt werden), kam Reinhold Görsch erst mit ihr richtig auf Touren. "Ich konnte meine Zeit von 2006 um satte 22 Minuten unterbieten", sagt er lachend. Dennoch trat das große Glücksgefühl bei ihm diesmal erst etwas später ein. 2006 hatte er sich schon auf der Ziellinie die Rückkehr für das Folgejahr geschworen. "Das kam diesmal erst nach einer halben Stunde. Spätestens 2009 gehe ich wieder an den Start."

Bei dieser Entscheidung dürften die gefühlvollen Hände der Physiotherapeutinnen im Massage-Zelt sehr hilfreich gewesen sein. Im Akkordeinsatz kneteten 25 Physio-Schülerinnen und einige Experten der Bielefelder Arbeitsgemeinschaft Physiotherapie hunderte müde Läuferwaden. Kurz vor 15 Uhr, als ein Großteil der Läufer noch gar nicht im Massage-Zelt angekommen war, hatten sie bereits 180 Beinpaare aufgelockert und vor empfindlichen Schmerzen bewahrt. "Ohne diese Massage brauche ich zwei Tage länger, bis ich wieder unbeschwert Treppen laufen kann", sagt Läufer Martin Hilker kurz und schließt wieder genussvoll die Augen.

Fotos:   Euphorisch auf die Zielgerade: Während Thomas Edel (vorne, Startnummer 6011) unter dem Jubel der Zuschauer nochmal zum Endspurt Richtung Sparrenburg ansetzt, scheint Oliver Topmöller (links, 2253) schon vorher von Glücksgefühlen berauscht zu sein  (FOTO: Christian Weische)
  Sonnenanbeter: Nach dem für Reinhold Görsch "eisigen" Start taute er mit Tochter Diana an der Sparrenburg wieder auf.   (FOTO: Reichenbach)