Ergebnisse vom 37. Hermannslauf 2008
Pressespiegel (3)
Bielefelder Tageszeitungen:
Neue Westfälische, Nr. 99 vom Montag, den 28. April 2008
Artikel der Hermannslauf-Sonderseiten

Start 2009 nicht sicher
Dreifachgewinner Sansar auf der Suche nach neuen Herausforderungen
VON JÖRG FRITZ
Bielefeld

Der Tag danach hat es in sich. "Und erst recht der Dienstag und Mittwoch. Du verspürst höllische Schmerzen in den Oberschenkeln. Der Muskelkater hat dich fest im Griff."

Diese Leidensphase eines Hermannslauf-Gewinners erlebt Elias Sansar gerade zum dritten Mal, denn der gebürtige Kurde hat 2006, 2007 und am Sonntag den Laufklassiker zwischen dem Hermannsdenkmal in Detmold-Hiddesen und der Bielefelder Sparrenburg dominiert.

Wenige Stunden nach seinem dritten Triumph entspannte sich der 28-Jährige bei einer Grillparty mit seinen Teamkollegen von der LG Lage-Detmold. Der Besuch im Restaurant einer Fast-Food-Kette rundete einen insgesamt erfolgreichen 27. April 2008 ab.

Am Montagmorgen begann für den "erfolgreichsten Hermann aller Zeiten" das alltägliche Leben mit dem Besuch der Berufsschule in Detmold. "Ich bin froh, dass es dort einen Aufzug gibt", berichtet Sansar, der eine Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation absolviert. "Treppen steigen ist nämlich momentan nicht drin bei mir."

Überrascht war Sansar über seinen deutlichen Vorsprung von fast drei Minuten im Ziel gegenüber dem zweitplatzierten Thomas Bartolome. "Das hatte ich nicht erwartet. Ich bin von einer Sprintentscheidung auf der Promenade ausgegangen."

Ostwestfalens bester Volksläufer wirkte noch wenige Augenblicke vor dem Start sehr angespannt. Die Unsicherheit über den eigenen Leistungsstand beeinträchtigte sogar seine Nachtruhe. "Ich habe so gut wie gar nicht geschlafen und mir Gedanken gemacht, ob meine Wadenverletzung möglicherweise wieder aufbricht und ob ich auch ausreichend trainiert habe", schildert er seine Ängste vor seiner dritten Hermannslauf-Teilnahme.

Als er dann durch das Ziel gelaufen kam, sei eine große Last von ihm gefallen. "Ich wollte unbedingt den dritten Sieg in Serie haben. Das war mein Wunschziel. Ich habe es erreicht", beschreibt der Läufer seine Gefühle unmittelbar nach dem größten Triumph seiner Laufbahn.

Jetzt stellt sich Sansar neuen Herausforderungen. In seinen Planungen könnte der Hermannslauf 2009 nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. "Zu diesem Thema will ich mich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern", sagt Sansar. "Es kann aber durchaus der Fall sein, dass ich in zwölf Monaten nicht starten werde." Gewichtige Worte aus dem Munde des Triple-Gewinners. Seine Konkurrenten nehmen diese Botschaft mit gespannter Aufmerksamkeit wahr.

Läuferisch wird Sansar frühestens am Wochenende wieder aktiv sein. "Dann ist endlich der Muskelkater abgeklungen, und ich kann meine Trainingseinheiten fortsetzen." Für die kommenden Wochen hat sich der 28-Jährige kürzere Strecken vorgenommen. Und im Herbst steht die Teilnahme an einem Marathon auf dem Programm.