Ergebnisse vom 37. Hermannslauf 2008
Pressespiegel (4)
Bielefelder Tageszeitungen:
Neue Westfälische, Nr. 99 vom Montag, den 28. April 2008
Artikel der Lokalseiten

Der Weg ist das Ziel
Internationales Flair beflügelt Aktive und Zuschauer bei schwülen Temperaturen
VON MATTHIAS BORNHORST
Bielefeld

Bielefeld. Als um 12.02 Uhr Thomas Bartholome als erster Läufer das Kopfsteinpflaster der Altstadt von Oerlinghausen erreicht, brandet in den Gassen ohrenbetäubender Jubel auf. Mehrere tausend Zuschauer haben sich versammelt, um die über 7000 Teilnehmer des diesjährigen Hermannslauf anzufeuern.

Jubelnd empfangen werden die schweißgebadeten Läufer von 25 Cheerleadern der Jazztanzgruppe des TSV Oerlinghausen, deren Trainerin Katharina Baehr von der "klasse Atmosphäre" schwärmt und betont, dass "wir den Läufern bei diesen Temperaturen eine zweite Luft zukommen lassen wollen." 18,6 Kilometer sind bis dahin bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen über 20 Grad absolviert. Kräfteraubende Bedingungen also, weshalb Moderator Horst Biere von der LG Oerlinghausen den vorbeirauschenden Sportlern Mut zuruft: "Der Weg ist das Ziel."

Dieser Weg ist gesäumt von frenetischen Zuschauern, die die Aktiven unermüdlich anfeuern. Unter ihnen Franziska und Theres Dunsche. Die Paderbornerinnen haben ein liebevoll gestaltetes Plakat gemalt - für Mutter Mary, Tante Betty und Franziskas Ex-Freund Scholle. Überhaupt zeigen sich die zahlreichen Zuschauer sehr kreativ: "Vive Millau" leuchtet es in rot-blauen Farben von dem langen Transparent, welches Ansgar Koch und Alain Bernard in die Höhe recken. Beide engagieren sich in der partnerschaftlichen Verbindung zwischen Bad Salzuflen und der südfranzösischen Stadt Millau. Bernard ist mit fünf Startern eigens für den Laufklassiker aus seiner französischen Heimat angereist und zeigt sich begeistert von der ostwestfälischen Laufparty: "Bon ambiance!"

Über 50 Helfer der TG Oerlinghausen sorgen rund um die Strecke für einen reibungslosen Ablauf des Volksfestes in der Altstadt, welches auch im Ziel an der Sparrenburg immer wieder hervorgehoben wird. "Ohne Oerlinghausen wäre der Hermann doch nur die Hälfte wert", sagt Sascha Klinkmann, der soeben seinen 10. Hermannslauf bewältigt hat und einen grünen Jubiläumskranz um den Hals trägt. "Die Moral war nach der Hälfte im Keller, doch die Superstimmung neben der Strecke treibt einen immer wieder an", erzählt der Jubilar.

Auf der Strecke beweisen die Läufer des TV Georgsmarienhütte mit ausgefallenen Kostümen besondere Kreativität. Anlässlich der diesjährigen olympischen Spiele haben sie ihre Körper in den Landesfarben mehrerer Staaten bemalt, gekrönt mit den fünf olympischen Ringen auf dem Rücken. "Die Farbe ist wetterfest, so kann uns die Sonne nichts anhaben", zeigt

Olympischer Geist umweht Ostwestfalen sich Christoph Kurgemeyer vor dem Start in jeder Hinsicht gewappnet.

Im Ziel pustet der in den spanischen Landesfarben rot und gelb bemalte Läufer tief durch: "Die letzten Kilometer waren bei dieser Wärme schon heftig, aber insgesamt lief es super", resümiert der "Spanier" und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: "Einziger Wermutstropfen ist, dass mich meine französische Ehefrau überholt hat." So weht in diesem Jahr selbst ein Hauch von Olympia durch Ostwestfalen.

Im Ziel mischen sich Hunderte von Zuschauern und Angehörigen unter die zufrieden strahlenden Teilnehmer. Die kleine Melina Schröder aus Bad Oeynhausen hat ihrem Vater Thomas ein großes "Papa"-Schild gebastelt und wartet mit ihrer Mutter Sonja gespannt auf ihren persönlichen Sieger. Dieser beschreibt die allseits gelöste Atmosphäre treffend: "Erschöpft, aber glücklich!"

Fotos: KühlesNass: Bernd Nedderhoff vom LC Solbad Ravensberg trotzt dem schwülen Wetter mit einer kalten Dusche. FOTO: WEISCHE Grenzüberschreitend: Fünf Läufer aus dem südfranzösischem Millau waren eigens für den Hermann angereist. FOTO: WELSCHE Kreative Köpfe: Ansgar Hempen, Thomas Hempen, Jochen Pöling, Christoph Kulgemeyer, Christian Göbel und Christine Kulgemeyer (v.l.) vertreten den TV Georgsmarienhütte. FOTO: WEISCHE